PreisträgerInnen Drehbuchpreis 2016 © Diagonale/Pelekanos
PreisträgerInnen Thomas Pluch Drehbuchpreis 2016 © Diagonale/Pelekanos

Thomas Pluch Drehbuchpreis 2016

 
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PreisträgerInnen


Der drehbuchVERBAND Austria freut sich im Namen des Preisstifters Bundeskanzleramt Kunst und Kultur die PreisträgerInnen der Thomas Pluch Drehbuchpreise 2016 bekannt zu geben. Die internationale Jury hat aus den 5 nominierten Drehbüchern die folgende Preise verliehen:

Der Thomas Pluch Hauptpreis, mit 12.000.- Euro dotiert, geht an:

Der Thomas Pluch Spezialpreis der Jury, mit 7.000.- Euro dotiert, geht an:

Die Internationale Jury bestand aus Claudia Gladziejewski (TV-Redakteurin DE),
Thomas Wendrich (Drehbuchautor, Regisseur DE), Monika Willi (Filmeditorin AT). Für den Haupt- und den Spezialpreis der Jury waren Das ewige Leben von Josef Hader, Wolfgang Murnberger, Wolf Haas, Einer von uns von Stephan Richter, Jack von Elisabeth Scharang, Maikäfer flieg von Sandra Bohle, Mirjam Unger und Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist von Stefan Hafner, Thomas Weingartner nominiert.

Die nationale Jury, bestehend aus Christian Frosch (Drehbuchautorin, Regisseur), Ulrike Schweiger (Drehbuchautorin, Regisseurin), Andrea Wagner (Filmeditorin), hat aus den Einreichungen 5 Drehbücher für den Hauptpreis nominiert und den Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme vergeben.

Der Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme, mit 3.000.- Euro dotiert, geht an:

Der Thomas Pluch Drehbuchpreis feiert heuer sein 24-jähriges Bestehen und ist mit einem Preisgeld von insgesamt 22.000.- Euro eine der wichtigsten filmischen Auszeichnungen des Landes.

Prämiert werden realisierte Drehbücher abendfüllender Kino- und Fernsehspielfilme heimischer DrehbuchautorInnen des letzten Jahres.
Die feierliche Preisverleihung fand gemeinsam mit dem Carl-Mayer-Drehbuchpreis und dem Dor Film Preis für Drehbuchentwicklung im Rahmen der Diagonale am Freitag, 11. März 2016, im HDA, Haus der Architektur in Graz statt.

Die weiteren Preise:

Dor Film Preis für Drehbuchentwicklung
Biennal verliehener Preis in Höhe von 5.000,- Euro

Carl-Mayer-Drehbuchpreis
Gestiftet von der Stadt Graz im Gesamtwert von 21.700.- Euro

Pressemappe als PDF >
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Mehr zu den nominierten Filmen >
Biografien der Jury-Mitglieder >

 
 
 
Jack 300
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Thomas Pluch Hauptpreis - Elisabeth Scharang für Jack

Mit 12.000.- Euro dotiert

Für das beste Drehbuch für einen abendfüllenden Kinospielfilm oder einen abendfüllenden Fernsehfilm (ab 70 Minuten).

Jurybegründung (Claudia Gladziejewski, Thomas Wendrich, Monika Willi)

Kann man für eine Figur empathisch mitfühlen, und sie dennoch distanziert betrachten? Ja, das geht. Denn die Autorin erliegt nicht der Versuchung, ihren Protagonisten zu erklären oder zu entschuldigen. So wird z. B. seine Kindheit nur gestreift und über die Figur der Mutter unglaublich plastisch erzählt. Das Drehbuch ist eine Versuchsanordnung, die die Frage nach Schuld und Unschuld verhandelt und das Urteil dem Leser überlässt. So entsteht ein Sittengemälde, das wie ein Spiegel für uns alle funktioniert, in den wir lieber nicht hineinschauen würden. Das Buch JACK ist eine Zumutung für jeden, der den wahren Mörder kennt oder zu kennen vermeint.

Jack
Drehbuch und Regie: Elisabeth Scharang
DarstellerInnen: Johannes Krisch, Corinna Harfouch, Birgit Minichmayr, Paulus Manker, Inge Maux u. a.
Kamera: Jörg Widmer
Schnitt: Alarich Lenz
Produzenten: Dieter Pochlatko, Jakob Pochlatko
Produktion: Thimfilm
Kinospielfilm,
Österreich 2015, 94 Min.

In einer Winternacht stirbt ein Mädchen, brutal zugerichtet und erfroren. Jack wird für diesen Mord verurteilt. Als er nach 15 Jahren aus der Haft entlassen wird, avanciert der „Häfnpoet“ zum Frauenschwarm und Fixstern der Wiener Society. Kann sich ein Mensch grundlegend ändern? Oder bleibt ein Mörder immer ein Mörder?

http://www.jack-film.at

 
Scharang 300 (c) PamelaRussmann

Elisabeth Scharang

Scharang wurde am 3. Februar 1969 in Bruck an der Mur als Tochter des Schriftstellers Michael Scharang geboren. Sie begann Ende der 1980er-Jahre, als Journalistin und Moderatorin der Radiosendungen ZICKZACK und MUSICBOX beim ORF zu arbeiten und ist bis heute für FM4 und Ö1 tätig. Seit 1997 arbeitet sie als freie Regisseurin und übernimmt bei ihren Dokumentarfilmen die Kamera. Die Drehbücher ihrer Spiel- und Dokumentarfilme schreibt Elisabeth Scharang zumeist selbst.

Filmografie als Regisseurin und Drehbuchautorin (Auswahl):
2014: Kick Out Your Boss, Kino, Ö
2011: Vielleicht in einem anderen Leben, Kino, Ö/Ungarn/D
2007: Franz Fuchs – Ein Patriot, TV Ö
2007: Meine liebe Republik, Kino, Ö
2006: Tintenfischalarm, Kino, Ö
2005: Mein Mörder, TV, Ö
2001: Normale Zeiten, Ö

Auszeichnungen:
2005: Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung für Buch und Regie zu Mein Mörder
2006: Romy für das beste Drehbuch zu Mein Mörder gemeinsam mit Michael Scharang
2008: Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung für Franz Fuchs – Ein Patriot
2011: Axel-Corti-Preis

 
 
 
Wenn Du wüsstest 300
Wenn Du wüsstest 2 300

Thomas Pluch Spezialpreis der Jury - Stefan Hafner und Thomas Weingartner für Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist

Mit 7.000.- Euro dotiert.

Für ein Drehbuch mit besonders herausragend behandelten Aspekten. Der Jury steht frei, die Kategorie festzulegen. Zugelassen sind Drehbücher zu abendfüllenden Kinospielfilmen oder abendfüllenden Fernsehfilmen (ab 70 Minuten).

Jurybegründung (Claudia Gladziejewski, Thomas Wendrich, Monika Willi)

Selten hat man im Fernsehen so viele hinterfotzige und dabei warm gezeichnete Figuren, die wir alle irgendwie kennen. Dem Autoren-Duo gelingt es, dem engen Korsett des Landkrimi-Formats eine Lebendigkeit einzuhauchen, die ihresgleichen sucht. Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist ist nicht nur die Coming of Age-Geschichte eines 35jährigen Polizisten, sondern eines ganzen Dorfes. Dessen Sprache wird so gut eingefangen, dass wir tief in die Seele der Figuren blicken. Viele überraschende Wendungen, mitreißende Montagesequenzen und ein schlüssiges Musikkonzept machen diesen Landkrimi zu einem hintergründigen Lesevergnügen.

Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist (Landkrimi Kärnten)
Buch: Stefan Hafner, Thomas Weingartner
Regie: Andreas Prochaska
DarstellerInnen: Hannes Muck, Heinrich Plöschberger, Susanne Kert, Alois Prantl u. a.
Kamera: Thomas W. Kiennast
Schnitt: Daniel Prochaska
Produzentin: Annemarie Pilgram
Produktion: Graf Filmproduktion GmbH

Hannes Muck, der schüchterne Postenkommandant der ehemaligen Bergbaugemeinde Hüttenberg, kennt Opfer von Gewaltverbrechen bisher nur aus dem Fernsehen. Er hat ganz andere Probleme, seinen schrulligen Vater zum Beispiel. Oder Frauen, die auf sein zartes Werben, wenn überhaupt, dann unwillig reagieren. Doch als die 16jährige Tochter des wichtigsten Mannes im Ort im stillgelegten Bergwerk ermordet aufgefunden wird, ändert sich Mucks Lage dramatisch. Natürlich traut niemand dem unbedarften Provinzpolizisten die Aufklärung eines Mordfalls zu, was Chefinspektor Plöschberger aus Klagenfurt auf den Plan ruft. Der setzt Muck ziemlich zu, und mit jeder neuen Information muss der sich die Frage stellen, ob er den Ort, den er seine Heimat nennt, wirklich so gut kennt, wie er immer dachte …

http://www.graffilm.com/de/filme/1-wenn_du_w%C3%BCsstest_wie_sch%C3%B6n_es_hier_ist.html

 
Stefan Hafner 200
Thomas Weingartner 200

Stefan Hafner und Thomas Weingartner

Hafner & Weingartner studierten Buch und Dramaturgie an der Filmakademie Wien, arbeiten seit 2008 im Team und schreiben für TV und Kino u.a. für folgende Produkationsfirmen: Allegro (Wien), MR-Film (Wien), Beo-Film (Wien), Satel-Film (Wien), Graf-Film (Klagenfurt), EPO-Film (Wien)

Auszeichnungen
2008: Dramatikerstipendium der Literar-Mechana
2009: Förderpreis des Landes Kärnten (Elektronische Medien, Fotografie und Film)
2005: Carl-Mayer-Drehbuchpreis
START-Stipendium für Filmkunst des BMUKK

Drehbücher (Auswahl)
2015: Landkrimi Salzburg: Drachenjungfrau (zusammen mit Nikolaus Leytner), EPO-Film, Regie: Catalina Molina
2012: Schnell ermittelt: Werner Demscher, MR-Film, Regie: Michi Riebl
 

 
 
 
Wald der Echos 300
Wald der Echos 2 300

Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme - Maria Luz Olivares Capelle für Wald der Echos

Mit 3.000.- Euro dotiert

Für das beste Drehbuch für Kino-Spielfilme mit einer Mindestlänge von 20 Minuten bis maximal 70 Minuten.

Jurybegründung (Christian Frosch, Ulrike Schweiger, Andrea Wagner)

Es passiert gar nicht so selten, dass man nach einer Drehbuchseite weiß, wie die Geschichte enden wird. Dann gibt es – weit seltener- Drehbücher, die man mehrfach lesen muss und trotzdem Schwierigkeiten hat, die Geschichte wiederzugeben. Trotzdem spürt man, dass etwas verhandelt wird, das einer inneren Logik folgt, die sich der Leserin, dem Leser aber weit mehr entzieht, als sich an- oder darzubieten. Es bleibt nicht die Erzählung selbst, sondern ein Echo darauf zurück.
Ein Echo entsteht, wenn Reflexionen einer Schallwelle so stark verzögert sind, dass man diesen Schall als separates Hörereignis wahrnehmen kann. Was für wahr genommen wird und die Wahrheit sind nicht mehr deckungsgleich.
Man braucht sich also nicht wundern, wenn Kinder Mitleid mit ihren Kopfläusen haben und sie vor der Mutter schützen wollen, oder wenn eine Tote im See treibt und von den Kindern ohne größere Emotionen am Ufer begraben wird. Ein Film, der einer Logik von Kinderwelten zu folgen scheint, und doch “nur” ein Echo darauf ist. Komplizierter wird die Sache auch dadurch, dass die Ereignisse fast durchgehend kunstgeschichtliche Referenzen aufweisen und das Buch augenscheinlich auf Ikonographien und Mythologien verweist – sowohl kanonisierten als auch privaten.
Peter Greenaway hat einmal gesagt, das Kino sei eine viel zu wunderbare Maschine, um sie den Geschichtenerzählern zu überlassen. Natürlich erzählt auch er und auch dieses Buch eine Geschichte, doch sie folgt anderen Prämissen als jenen, die das zeitgenössische Kino dominieren und das im schlimmsten Fall so standardisiert ist, dass man nach einer Seite zu lesen aufhören kann. Der Preis der nationalen Jury des Thomas Pluch Preises 2016 für das beste Kurzfilmdrehbuch geht deshalb an “Wald der Echos”, das nicht die ausgetreten Wege beschreitet, sondern ein Echo der verschlungenen verbotenen Pfade ist. Gratulation an Maria Luz Olivares Capelle.

Wald der Echos
Buch und Regie: Maria Luz Olivares Capelle
DarstellerInnen: Jasmin Wallner, Calista Berger, Katharina Plaim, Christina Kasper u. a.
Kamera: SebastianThaler
Schnitt: Lázló Váncsa
Produzentin: Silvia Winzinger
Produktion: Filmakademie Wien
Kurzfilm A 2016, 30 Min.

Plötzlich steht die Jugendliche Christina allein da, als ob der Wald ihre Freunde verschluckt hätte. Auf der Suche nach diesen stößt sie auf die durchnässten, reglos am Ufer einer Lagune liegenden Körper dreier Mädchen.
Sommerferien, tief im Wald. Drei Kinder, Cousinen, spielen am Rande eines Gewässers, als sie eine im Wasser treibende, junge ertrunkene Frau entdecken. Spiele, Lügen und Rituale entfalten sich in eine zirkuläre Zeit, in welcher selbst der Tod seine Endgültigkeit verliert. Was ist real und was ist Schein? Wer träumt und wer wird geträumt?

http://waldderechos.com

 
Maria Luz Olivares Capelle 300

Maria Luz Olivares Capelle
wurde in Rufino (Argentinien) geboren.
Von 2005 bis 2008 absolvierte sie ein Bakkalaureatsstudium im Fach Regie an der E.N.E.R.C. (Nationalinstitut für filmische Experimentation und Produktion) Buenos Aires.
Dieses setzte sie als Masterstudium an der Filmakademie Wien fort, wo sie unter anderem Seminare und Workshops mit Susan Batson, Abbas Kiarostami, Barbara Albert, Markus Schleinzer, Peter Patzak und Wolfgang Murnberger besucht hat.
Im Sommersemester 2015 schloß sie dieses mit ihrem Diplomfilm “Wald der Echos” bei Prof. Michael Haneke ab.
Ebenso studiert sie an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Gunter Damisch in der Klasse für Druck und druckgrafische Techniken.

Filmografie als Regisseurin (Auswahl)
2015: El ritual del color
2014: Apariciones
2013: Die Regenbogen-Maschine
2008: Te vas a lastimar

Auszeichnungen
2016: Mentoring Programm 2016 / FC GLoria: Frauen Vernetzung Film / Wien / AT
2014: Lobende Erwähnung für „Apariciones“ / Kategorie: Experimentelle Animation / One day Animation, Festival / Wien / AT
2012: Projektförderung / Akademie der bildenden Künste Wien / Entwicklung einer neuen Filmemulsion zur manuellen Herstellung von Filmmaterial. In Kollaboration mit Almut Schilling, Restauratorin für zeitgenössische Kunst / Wien / AT
2009: Pfann-Ohmann Preis / Wien / AT

 
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