
Der Thomas Pluch Drehbuchpreis wurde 1992 auf Initiative des damaligen Bundesministeriums für Kunst ins Leben gerufen, das drehbuchFORUM wien beauftragt, den Preis auszurichten, was 1993 zum ersten Mal geschehen ist.
Benannt ist der Preis nach dem 1992 verstorbenen Drehbuchautor, Schriftsteller und Mitbegründer der ARGE Drehbuch – seit 2002 Drehbuchverband Austria – Thomas Pluch. Ziel der Auszeichnung ist es, den DrehbuchautorInnen zu der ihnen gebührenden Anerkennung zu verhelfen sowie talentierten Nachwuchs zu fördern. Der Thomas Pluch Drehbuchpreis umfaßt einen Hauptpreis und zwei Würdigungspreise in Gesamthöhe von 22.000 Euro.
Mit dem Thomas Pluch Hauptpreis in der Höhe von 11.000 Euro wird das beste Drehbuch für einen abendfüllenden Kinospielfilm oder einen abendfüllenden Fernsehfilm ausgezeichnet, der im vorangegangenen Produktionsjahr zur Erstaufführung gelangte.
Mit zwei Thomas Pluch Würdigungspreisen, in der Höhe von jeweils 5.500 Euro, werden Drehbücher für Kinospielfilme mit einer Mindestlänge von 20 Minuten, oder Drehbücher für abendfüllende Fernsehfilme prämiert, die im vorangegangenen Produktionsjahr zur Erstaufführung gelangten.
Es werden inhaltlich und handwerklich anspruchsvolle Werke prämiert, die sich eingehend und kritisch mit gesellschaftspolitischen, kulturell relevanten oder sozialen Themen beschäftigen.
Teilnahmeberechtigt sind AutorInnen mit österreichischer Staatsbürgerschaft oder mit ständigem Wohnsitz in Österreich (nachweislich mindestens 3 Jahre).
Eine international besetzte Jury prämiert nunmehr jährlich die besten realisierten Drehbücher des österreichischen Filmschaffens. Gestiftet werden die Preisgelder vom BMUKK. Vergeben werden die Preise im Rahmen der Diagonale in Graz, seit 2009 werden sie gemeinsam mit dem Carl-Mayer-Drehbuchpreis in einer eigenen Verleihung präsentiert.
Mit dem Thomas Pluch Drehbuchpreis werden ausschließlich bereits verfilmte Drehbücher prämiert. Der Wettbewerb wird ausgeschrieben, d.h. die Teilnahme erfolgt durch Einreichung.
Unterlagen


Die nationale Jury
Prämiert die beiden Würdigungspreise und nominiert die Bücher für den Hauptpreis. Sie setzt sich wie folgt zusammen:
Martin Ambrosch (Drehbuchautor)
Studium der Wirtschaftswissenschaften und außerordentlicher Hörer an der Filmakademie Wien/Produktion. Ausbildung zum Script-Consultant bei Oliver Schütte, Linda Seger, Christopher Vogler und Jürgen Wolff. Mit unzähligen Aufträgen für das Fernsehen zählt Ambrosch zu den meist beschäftigten Drehbuchautoren des Landes. Er ist zudem Vorstands- und Gründungsmitglied der Akademie des österreichischen Films und Vorstandsmitglied im Drehbuchverband Austria.
Für seinen Fernsehfilm Spuren des Bösen erhielt er 2011 die Romy für das beste Drehbuch und den Thomas Pluch Drehbuchpreis (Hauptpreis).
Daniela Stibitz (Agentin)
Gründerin der Stibitz Management, Agentur für Schauspieler.
Libertad Hackl (Filmemacherin)
Studium an der Filmakademie Wien Drehbuch und Regie, 2006 erhielt sie das Drehbuchstipendium der Literar Mechana. Bei Crossing Europe gewann sie den Lokal Artist Award 07 und 2008 den Thomas Pluch Förderpreis für Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin. Sie schrieb gemeinsam mit Peter Jaitz das Drehbuch zu Rimini, der 2009 für den Deutschen Nachwuchspreis First Steps und für den Thomas Pluch Drehbuchpreis nominiert wurde.
Die internationale Jury
Vergibt aus den 3 nominierten Büchern den Hauptpreis. Sie setzt sich wie folgt zusammen:
Manuela Stehr (Produzentin X-Filme)
Die Juristin Manuela Stehr war nach Abschluss ihrer Ausbildung von 1984 bis 1991 als Produzentin in Berlin tätig. Von 1992 bis 1999 war sie Leiterin der Produktionsförderung der Filmstiftung Nordrheinwestfalen, ab 1997 auch Prokuristin und Stellvertreterin des Geschäftsführers. Seit Januar 2000 ist sie Mitgeschäftsführerin und Produzentin bei der X Filme Creative Pool GmbH und seit Oktober 2000 Vorstandsmitglied der X Verleih AG.
Eva Menasse (Schriftstellerin)
Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Wien, gleichzeitig arbeitete sie als Journalistin für das Nachrichtenmagazin “profil”. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Prag 1999 ging Menasse als Kulturredakteurin der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” nach Berlin. Im Sommer 2000 wurde sie Feuilletonkorrespondentin der FAZ in Wien. Seit 2003 lebt sie in Berlin und arbeitet als freie Schriftstellerin und Publizistin.