Urheberrechts-Debatte


Zur aktuellen Diskussion


Die aktuelle Diskussion um das Urheberrecht und die Vergütung der Online-Verwertung wird seit einiger Zeit auf verschiedenen inhaltlichen und (partei)politischen Ebenen geführt, teilweise sehr emotional und unsachlich, teilweise mit unkonstruktiver Kampfrethorik.

Am 5.12.2012 widmeten wir diesem Thema einen ganzen Tag mit Vorträgen und Diskussionen:

Copy & Pay
UrheberInnenrecht aus der Sicht der DrehbuchautorInnen
Mehr dazu auf der drehbuchFORUM Webseite >

Audio-Mitschnitte der Veranstaltung finden Sie im Archiv der drehbuchFORUM Webseite >

Die Thematik des Urheberrechts betrifft aber nicht nur den Lebensunterhalt jedes einzelnen Kulturschaffenden sondern auch unsere kulturelle Identität und Vielfalt.
Der Drehbuchverband Austria beteiligt sich am Prozess der Lösungsfindung und vertritt deren Mitglieder mit den Positionen der FSE – Federation Screenwriters Europe >

Als Beitrag zur Urheberechtsdebatte und Festplattenabgabe möchten wir in der nächsten Zeit als DrehbuchVERBAND Austria die für DrehbuchautorInnen wichtigen Fragestellungen in Veranstaltungen diskutieren und auf unserer Webseite informieren. Zum Auftakt eine Rede, die Eva Spreitzhofer als Obfrau des Drehbuchverbandes anlässlich der Verleihung der Thomas Pluch Drehbuchpreise auf der Diagonale 2012 in Graz hielt:
Liebe PreisträgerInnen, liebe Gäste!

Keines der Drehbücher die heute ausgezeichnet werden, hätte es gegeben ohne eine Idee.
Ohne Menschen, deren Beruf es ist, sich etwas auszudenken, daran zu glauben und andere Menschen davon zu überzeugen, dass daraus ein Film entstehen muss.
Die schwierigste Arbeit für Autorinnen ist die Phase des Entwickelns, des Konzipierens. Das Drehbuchschreiben ist vergleichsweise eine Erholung. Aber genau dieser Zeitraum ist der unterbezahlteste. Wir sind kreativ, tun unsere Arbeit, nicht wissend, ob wir für sie je entsprechend entlohnt werden. Wie gut, dass es dotierte Preise wie diese gibt.

Sven Regener sagt in einem Radiointerview:
Man wirkt uncool, wenn man sagt, hier Urheberrecht und so, aber es wird so getan, als wenn wir Kunst machen würden, als exzentrisches Hobby. Das bedeutet im Grunde genommen nichts anderes, als dass man uns sagt: Euer Kram ist eigentlich nichts wert, wir wollen das umsonst haben.

Schon lange bevor es irgendetwas gibt, was man ins Internet stellen kann, hören AutorInnen Sätze wie: Schreib mir die Idee doch mal auf ein, zwei Seiten und schick sie mir.
Oder: Pitchen Sie mir doch mal was, nicht lange, ein, zwei Seiten genügen.

Dass es sich hier um Gratisarbeit handelt, wird oftmals nicht einmal erwähnt, so selbstverständlich ist es.
Ideen sind die Quelle eines möglichen langen Wertschöpfungsflusses.

Der Schutz unserer kreativen Arbeit ist vor allem in der digitalen Welt, die sich mehr und mehr einer gratis-kostenlos-Mentalität verschrieben hat, eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Für Musiker, für Filmemacherinnen, für Schriftsteller, für bildende Künstlerinnen.

Im Kern geht es in der Urheberrechtsdiskussion um die Frage, wie viel uns Kreativität noch Wert ist, ob sie überhaupt einen materiellen Wert hat. Für die Kreativen, die KünstlerInnen, die wir von der Vergütung der Nutzung unseres kreativen Schaffens, unsrer Ideen leben, ist die Antwort klar, denn das macht den Unterschied zum Hobbygeschichtenschreiber aus. Unsere Arbeit ist keine Freizeitbeschäftigung, wir bestreiten damit unseren Lebensunterhalt.

Wenn Ideen nichts mehr wert sind, dann ist Herr von und zu Guttenberg auch kein Plagiator sondern ein Sampling Artist.
Vielen Dank!

 

Links

Die thematisch weiterführenden Links stellen nicht die Position des Drehbuchverbandes dar, sondern informieren zur laufenden Diskussion und werden laufend aktualisiert:

iRIGHTS info, Interview mit Eva Spreitzhofer, 26.11.2013: irights.info >
U-Ton – Urheberrecht in der Digitalen Welt, Interviews u.a. mit Eva Spreitzhofer, Zuzana Brejcha, Nov./Dez. 2013: cba.fro.at >
Süddeutsche 14.10.2013: Gastbeitrag Fred Breinersdorfer >
Initiative: Wir sind die Urheber >
Initiative: Wir sind die Bürger >
Rechtliche Informationen: irights.info >
Information: Blog Lehofer >
golem.de, 31.5.12: Dokumentarfilmer – “Illegale Downloads schaden uns weniger als ARD und ZDF” >
Spiralteppich, 14.5.12: Ich gestehe: “Ich bin Urheber” – Selbstanzeige bei Anonymus >

WDR – Schwerpunkt: Urheberrecht im Internet >
Zeit-online, 24.8.12: Das Geld im Kreativmarkt bleibt bei den Falschen hängen >
Der Standard online, 29.6.12: Beweise für Festplatten Abgabe seit 2010 >
Die Presse, Interview Schmied/Karl, 04.05.12: „Keine Kriminalisierung des privaten Nutzers“ >
Wienerzeitung, 17.5.12: Glaubenskrieg um das Gratisweb >
FAZ, 4.6.12: Urheberrechtsdebatte – Was die Autoren umtreibt >
FAZ, 13.05.12: Urheberrechtsdebatte – Schluss mit dem Hass >
FAZ, 13.05.12: Urheber-Appell – Die schwarze Liste von Anonymous >
FAZ, 11.05.12: Piraten & Urheberrecht – Ein notwendiger Protest >
Süddeutsche, 20.05.12: Copyright-Debatte – Fünf Fragen zum Urheberrecht… >

 
kontakt drehbuchverband
Austria
Stiftgasse 6
A-1070 Wien
Tel +43 1 526 85 03
e-mail