PreisträgerInnen Pluch Preis Brauneis Resetarits Bidwell
 
 
 
 
TPP Logo 300

Thomas Pluch Drehbuchpreis 2018


Preisträger_innen


Der drehbuchVERBAND Austria freut sich im Namen des Preisstifters Bundeskanzleramt Kunst und Kultur die Preisträger_innen der Thomas Pluch Drehbuchpreise 2017 bekannt zu geben. Die internationale Jury hat aus den fünf nominierten Drehbüchern den mit 12.000.- Euro dotierten

Thomas Pluch Hauptpreis ausgewählt, er geht an:

Der Thomas Pluch Spezialpreis der Jury geht zu 7.000.- Euro an:

Die Internationale Jury bestand aus Sonja Heiss (Drehbuchautorin, Regisseurin, Schriftstellerin, DE), Tobias Nölle (Drehbuchautor, Editor, Cutter, CH), Katrin Schlösser (Produzentin, Filmemacherin, DE).

Für den Haupt- und den Spezialpreis der Jury waren Cops von Stefan A. Lukacs, Die beste aller Welten von Adrian Goiginger, Licht von Kathrin Resetarits, Life Guidance von Ruth Mader und Martin Leidenfrost sowie Zauberer von Clemens Setz, Sebastian Brauneis und Nicholas Ofczarek nominiert.

Die nationale Jury, bestehend aus Elisabeth Gabriel (Filmdramaturgin, Theaterregisseurin, Lektorin, AT/DE), Valentin Hitz (Drehbuchautor, Regisseur, AT) und Karina Ressler (Editorin, AT), hat aus 23 Einreichungen fünf Drehbücher für den Hauptpreis nominiert und den Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme zu 3.000.- Euro vergeben.

Den Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme erhält:

Der Thomas Pluch Drehbuchpreis feiert heuer sein 26-jähriges Bestehen, er ist mit einem Preisgeld von insgesamt 22.000.- Euro eine der wichtigsten filmischen Auszeichnungen des Landes.

Prämiert werden realisierte Drehbücher abendfüllender Kino- und Fernsehspielfilme heimischer DrehbuchautorInnen des letzten Jahres.
Die feierliche Preisverleihung fand gemeinsam mit dem Carl-Mayer-Drehbuchpreis im Rahmen der Diagonale’18 am Freitag, 16. März 2018 im Hotel Wiesler in Graz statt.

Weitere Infos finden Sie in der Pressemappe als PDF >
Mehr zu den nominierten Filmen >
Biografien der Jury-Mitglieder >

Mehr zur Preisverleihung finden Sie auf der Facebook-Seite vom drehbuchVERBAND Austria >

 

Die weiteren Preise:

Carl-Mayer-Drehbuchpreis
Gestiftet von der Stadt Graz im Gesamtwert von 21.700.- Euro

Hauptpreis in Höhe von 14.500.- Euro geht an
Hacklerstrich – Treatment von Johannes Höß und Clara Stern

Förderpreis in Höhe von 7.200.- Euro geht an
Artikel 640 – Treatment von Tizza Covi

 
 
 

Thomas Pluch Hauptpreis - Kathrin Resetarits für Licht


Mit 12.000.- Euro dotiert.


Für das beste Drehbuch für einen abendfüllenden Kinospielfilm oder einen abendfüllenden Fernsehfilm (ab 70 Minuten).

Jurybegründung
(Sonja Heiss, Tobias Nölle und Katrin Schlösser)
Vom ersten Satz an werden wir durch die präzise Schilderung und die kraftvolle Bildsprache in eine Welt entführt, die man fühlen, riechen, hören und sehen kann.
Die Figuren offenbaren sich uns durch ihre Sprache und ihre Physis, nicht durch Informationen zu ihrem psychologischen Hintergrund.
Dieses Buch hat uns überzeugt durch seine glaubhaften, präzisen Dialoge, durch seine Feinfühligkeit und den besonderen Humor, sowie durch seine cinematographische Kraft und Sinnlichkeit.
Wir spüren den Schmutz in der Küche, das Jucken der Perücken auf der trockenen Kopfhaut, und die Last der tonnenschweren Kleider. Mit gefühlter Leichtigkeit entführt uns die Autorin in ein anderes Jahrhundert. Wir sehen hier ein immenses kreatives Talent mit großer Vorstellungskraft und freuen uns schon auf das nächste Buch dieser Autorin.

Licht
Drehbuch: Kathrin Resetarits
Regie: Barbara Albert
Darsteller_innen: Maria Dragus, Devid Striesow, Lukas Miko, Katja Kolm u. a.
Kamera: Christine A. Maier
Szenenbild: Katharina Wöppermann
Schnitt: Niki Mossböck
Produzent_innen: Michael Kitzberger, Martina Haubrich, Wolfgang Widerhofer, Nikolaus Geyrhalter, Markus Glaser, Gunnar Dedio
Produktion: NGF Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion und Looks Filmproduktionen
Kinospielfilm, Österreich 2017, 97 Min.

Wien 1777. Die früh erblindete 18jährige Maria Theresia „Resi“ Paradis ist als Klavier-Wunderkind in der Wiener Gesellschaft bekannt. Nach zahllosen medizinischen Fehlbehandlungen wird sie von ihren ehrgeizigen Eltern dem wegen seiner neuartigen Methoden umstrittenen Arzt Franz Anton Mesmer anvertraut.
Langsam beginnt Resi in dem offenen Haus der Mesmers, zwischen Rokoko und Aufklärung, im Kreise wundersamer Patienten und dem Stubenmädchen Agnes, das erste Mal in ihrem Leben Freiheit zu spüren. Als Resi in Folge der Behandlung erste Bilder wahrzunehmen beginnt, bemerkt sie mit Schrecken, dass ihre musikalische Virtuosität verloren geht…

Webseite zum Film >

 
Kathrin Resetarits (c) Isabell_Schatz 300
Weiss

Kathrin Resetarits

Kathrin Resetarits arbeitet als Autorin, Dramaturgin, Regisseurin, Schauspielerin.
Seit 2000 ist sie künstlerische Assistentin für Michael Haneke, seit 1999 Co-Autorin und Regisseurin der Kabarettprogramme von Lukas Resetarits.
Sie unterrichtet Drehbuch an der Filmakademie Wien und an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) Berlin. Gründungsmitglied von FC GLORIA Frauen Vernetzung Film.

Auswahl aktueller Arbeiten:

Drehbuch: Licht A/D 2017, Regie: Barbara Albert, Offizieller Wettbewerb San Sebastian
Dramaturgie: Western D 2017, Regie und Drehbuch: Valeska Grisebach, Un Certain Regard Cannes
Schauspiel: L’Animale A 2018, Regie: Katharina Mückstein
Künstlerische Assistenz: Happy End F/A 2017, Regie: Michael Haneke, Offizieller Wettbewerb Cannes
Co Regie: Michael A 2011, Regie: Markus Schleinzer, Offizieller Wettbewerb Cannes
Buch: Vögel sind zu Besuch, Czernin Verlag

 
 
 

Thomas Pluch Spezialpreis der Jury - Clemens Setz, Sebastian Brauneis und Nicholas Ofczarek für Zauberer


Mit 7.000.- Euro dotiert.


Für ein Drehbuch mit besonders herausragend behandelten Aspekten. Der Jury steht frei, die Kategorie festzulegen. Zugelassen sind Drehbücher zu abendfüllenden Kinospielfilmen oder abendfüllenden Fernsehfilmen (ab 70 Minuten).

Jurybegründung
(Sonja Heiss, Tobias Nölle und Katrin Schlösser)

Angstfrei, immer überraschend, poetisch, intuitiv, ideenreich, dreist, verstörend, befreiend und befreit: Das sind die Qualitäten, die uns an diesem kraftvollen Buch überzeugt haben.
Wir sehen hier eine Art zu erzählen, die sich nicht um Konventionen und Erwartungen schert, sondern radikal ihrer inneren Stimme folgt.
Hier erzählt jemand seine Geschichte, genau so wie er will.
Wir wollen diese Waghalsigkeit unterstützen und möchten die Autoren zu weiteren so mutigen Drehbüchern auffordern.

Zauberer
Drehbuch: Clemens Setz, Sebastian Brauneis, Nicholas Ofczarek
Regie: Sebastian Brauneis
Produzenten: John Lueftner, David Schalko
Darsteller_innen: Nicholas Ofczarek, Regina Fritsch, Florian Teichtmeister, Roland Koch, Joel Basman
Produktion: Superfilm
Kinospielfilm, Österreich 2018, 109 Min

Ein Psychiater und seine blinde Freundin, die verbunden sind durch ein dunkles Geheimnis. Eine Schulkrankenschwester, die mit ihrer Kündigung weit mehr verliert als nur ihre Arbeit. Ihr Bruder, der bereit ist, alles für sie zu tun. Eine verzweifelte Mutter, die sich liebevoll um ihren Sohn im Wachkoma sorgt – und die bereit ist, Unerhörtes zu versuchen, um ihn wieder zu erreichen. Ein junger Mann, der sich selbst verkauft, weil er sich schon vor langem verloren hat. Ein Schüler, dessen vermeintlich harmloser Streich all diese Schicksale verknüpft. Und ein Junge, der verschwindet. Die Leben dieser Personen verknüpfen sich irreversibel in der Anonymität der Großstadt.

Webseite zum Film >

 

Clemens Setz
Clemens J. Setz, geb. 1982, Studium Mathematik und Germanistik in Graz.

Veröffentlichungen:
Söhne und Planeten (Roman, 2007, Residenz), Die Frequenzen (Roman, 2009, Residenz), Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (Erzählungen, 2011, Suhrkamp), Indigo (Roman, 2012, Suhrkamp), Die Vogelstraußtrompete, Gedichte (2014), Glücklich wie Blei im Getreide, Nacherzählungen, illustriert von Comickünstler Kai Pfeiffer (2015), Die Stunde zwischen Frau und Gitarre (Roman, Suhrkamp, Berlin 2015) Bot: Gespräch ohne Autor (Suhrkamp, Berlin 2018)

Übersetzungen:
Der Mann aus dem Fegefeuer von John Leake (2008, Residenz, Orig. Entering Hades).

Auszeichnungen:
2010 Bremer Literaturpreis für Die Frequenzen
2011 Preis der Leipziger Buchmesse für Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
2012 Indigo auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises
2013 Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft für Indigo
2015 Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für Die Stunde zwischen Frau und Gitarre
2016 Poetik-Professur an der Universität Bamberg
2017 Literaturpreis des Landes Steiermark

 

Sebastian Brauneis
geboren in Wien 1978, Studium Filmwissenschaften und Medizin in Wien.

1999 Engagement beim unabhängigen Wiener TV-Kanal TIV zusammen mit Wolfgang Kopper. Produktion, Gestaltung, Moderation der Sendung Schwerpunkt Allgemeines.
Ab 2002 Buch und Regie für 40 Episoden Sendung ohne Namen, ORF
Ab 2005 Wöchentliche Gestaltung eines Abends im Club Flex.
Ab 2007 Gestalter für die Late Night Show Willkommen Österreich mit Stermann und Grissemann.
2015 Inszenierung des Theaterstücks Reise durch den Arsch der Welt im Rahmen der Werk-X-Eröffnung.
Seit 2014 Lehrbeauftragter am Max Reinhardt Seminar für sein Seminar Arbeit vor der Kamera.
2016/2017 Autor der Theaterstücke Träume, Drei im Kreis und Lang / Verlag Jussenhoven & Fischer
2017 Autor des Gedichtsbandes SCB&CFB
2018 Spielfilm Zauberer

Filmografie – Regie (Auswahl):
2015 – 2016 Demokratie – Die Show (TV Magazin)
2014 Bösterreich (TV Serie)
2002 – 2013 Sendung ohne Namen (TV Collage)
2008 Cien w futrach (Kurzfilm/Drama)

 

Nicholas Ofczarek
Nicholas Ofczarek ist einer der vielseitigsten Schauspieler im deutschsprachigen Raum. Er absolvierte seine Schauspielausbildung am Konservatorium Wien.

Seit 1994 ist er Ensemblemitglied des Burgtheaters, hier spielte er in zentralen Rollen u.a. bei Claus Peymann, Anselm Weber, Andrea Breth, Martin Kušej, Jan Bosse, Frank Castorf, Karin Beier, Matthias Hartmann und Barbara Frey. Bei den Salzburger Festspielen war er von 2010 bis 2012 als Jedermann im gleichnamigen Stück von Hugo von Hofmannsthal zu sehen.
Er ist neben seinen Theaterrollen auch regelmäßig in Film und Fernsehen zu sehen, hier arbeitete er unter anderem mit Barbara Albert, Lars Becker, Hermine Huntgeburth und David Schalko. Mit letzterem hat er in Hauptrollen die herausragenden Serien Braunschlag und Altes Geld für den ORF gedreht.
Nicholas Ofczarek wurde vielfach ausgezeichnet: 1998 erhielt er die Josef-Kainz- Medaille, 2003 den Wiener-Schauspieler-Ring, 2005 und 2006 den Nestroy als „Bester Schauspieler“ und 2012 den Gertrud-Eysoldt-Ring sowie den Nestroyring.
2016 erhielt er den Preis als bester Hauptdarsteller der Deutschen Film- und Fernsehakademie.
2017 wurde er vom Österreichischen Bundespräsidenten mit dem Ehrentitel „Kammerschauspieler“ ausgezeichnet.

 
 
 
 
 
Der Ausflug 300

Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme
 - Timothy Bidwell für Der Ausflug, nach einer Idee von Jürgen Karasek

Mit 3.000.- Euro dotiert.


Für das beste Drehbuch für Kino-Spielfilme mit einer Mindestlänge von 15 Minuten bis maximal 70 Minuten.

Jurybegründung
(Elisabeth Gabriel, Valentin Hitz, Karina Ressler)

Unter vielen starken Einreichungen sticht für uns ein Drehbuch heraus, das einen minutiösen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen wirft. Wir steigen in einer unauffälligen Alltagssituation in die Geschichte ein und verlassen den Film in höchster Eskalation. Lange wird nicht enthüllt, welche Richtung eingeschlagen wird – mit einem präzisen Gespür für Spannung wird die subtile Vereinnahmung durch ein System erzählt.
Wir erleben die Beugung einer ungebundenen Figur zu einem Mitglied einer repressiven Gruppe. Anfänglicher Widerstand wird durch perfide Lösungsangebote von Vertrauenspersonen unterlaufen – ein scheinbar harmloser Initiationsritus wird zum Kriegsspiel. Es wird geschildert, wie leicht der Appell an ein WIR-Gefühl gegenüber den sogenannten ANDEREN instrumentalisiert werden kann – dies ist aktueller denn je.
Das Drehbuch ist sowohl politisch wie auch psychologisch feinst gesponnen und hat uns überzeugt.

Der Ausflug
Drehbuch: Timothy Bidwell
Regie: Jürgen Karasek
Darsteller_innen: Enzo Gaier, David Oberkogler, Simone Fuith, Max Meyr, Peter Karolyi, Christian Spatzek, Anna Rot
Kamera: Roman Chalupnik, AAC
Schnitt: Claudia Linzer
Produzenten: Jürgen Karasek, Stephan Podest, Filip Malinowski
Produktion: Soleil Film
Kinospielfilm, Österreich 2018, 39 min

Der 14-jährige MAX fährt mit seinem Vater WOLFGANG (45) und dessen Freunden auf einen Zeltausflug in den Wald. Die beiden haben sich seit der Trennung der Eltern vor einigen Monaten nicht mehr gesehen und erleben ein Wochenende der Annäherung mit Bier, Männergesprächen und Männlichkeitsriten. Bald wird die eigentliche Idylle des Ausflugs jedoch immer beängstigender und das wiedererstarkte Band zwischen Max und Wolfgang auf eine harte Probe gestellt.

 

Timothy Bidwell

Jahrgang 1994. Preisträger bei verschiedenen Jugendliteraturwettbewerben. Später Studium für Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte an der Universität Wien, erste Set-Erfahrung und Arbeit für einen österreichischen Weltvertrieb. Daneben realisiert er mehrere kleine Kurzfilme in Eigenregie.

 
kontakt drehbuchverband
Austria
Stiftgasse 6
A-1070 Wien
Tel +43 1 526 85 03
e-mail