Thomas Pluch Drehbuchpreis 2026

Preisträger*innen

Der Drehbuchverband Austria freut sich im Namen des Preisstifters Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport die Preisträger*innen die Thomas Pluch Drehbuchpreise 2026 bekannt zu geben.

Die internationale Jury hat aus den fünf nominierten Drehbüchern den mit 12.000.- Euro dotierten

Thomas Pluch Hauptpreis ausgewählt, er geht an:

 

·      Rose von Markus Schleinzer und Alexander Brom

 

Jurybegründung: 

Die umständliche und wahrhaftige Beschreibung

einer Land- und Leutebetrügerin,

die obwohl als eine Weibs-Person geboren

dem zum Trotz als Manns-Bild sich betragen,

und viel üble Schandtat hat getrieben.

 

Diese Texttafel eröffnet die filmische Erzählung, setzt sogleich den Ton des Drehbuchs. Die historisch anmutende Sprache zieht uns unmittelbar in die kleine Welt eines Dorfs während des 30-jährigen Kriegs.

Mit einer beeindruckenden Reduziertheit auf der Dialogebene werden mit ein, zwei Sätzen Spannungsfelder zwischen Figuren entworfen, gerade das Nicht-Gesagte erzeugt dröhnende Stille. Und eine wunderbar originäre Erzählstimme führt uns mit einer Mischung aus Empathie und Kommentar durch die Geschichte.

Bereits beim Lesen lässt die Präzision im Detail und die dramaturgische Souveränität im Erzählen die Geschichte in aller Klarheit vor dem inneren Auge entstehen.

Der Thomas Pluch Hauptpreis geht an Markus Schleinzer und Alexander Brom für das Drehbuch zu Rose.

 

Den Spezialpreis der Jury, mit 7.000,- Euro dotiert, erhält:

 

·       Teresas Körper von Magdalena Chmielewska

 

Jurybegründung: 

Mit dem Thomas Pluch Spezialpreis der Jury zeichnen wir ein Drehbuch aus, das sehr klar die Folgen patriarchaler Gewalt und deren transgenerationale Auswirkungen erlebbar macht, aber den Figuren auch Geheimnisse lässt. Das Private ist hier nicht nur politisch, sondern in der konkreten sprachlichen Ausgestaltung ein starkes künstlerisches Statement, das auch als reiner Text einen Sog entfaltet ohne die hybrid-dokumentarischen Elemente zu verschleiern. Die gelungene Berücksichtigung der Tonebene in Kombination mit einem starken visuellen Konzept überhöht das Konkrete des einen Körpers, der einen Familie, in gesellschaftspolitisch wirksam werdende Abstraktion. Herzlichen Glückwunsch zum Thomas Pluch Spezialpreis der Jury an Magdalena Chmielewska für Teresas Körper. 

 

Die internationale Jury bestand aus Lorenz Dangel, (Film)Komponist, Musiker (DE), Milan Dor, Drehbuchautor, Dramaturg (AT) und Kyra Scheurer, Dramaturgin, Kuratorin (DE).

 

Für den Haupt- und den Spezialpreis der Jury waren neben den Gewinner*innen Landkrimi Acht von Marie Kreutzer, The Stories von Abu Bakr Shawky und White Snail von Elsa Kremser und Levin Peter nominiert.

 

Die nationale Jury, bestehend aus Jacob Groll, Drehbuchautor, Regisseur, Marie Luise Lehner, Drehbuchautorin, Schriftstellerin, Regisseurin und Joana Scrinzi, Editorin, hat aus den insgesamt 22 Einreichungen die fünf Drehbücher für den Hauptpreis nominiert und den Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme vergeben.

Der Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme dotiert mit 3.000.- Euro geht an:

 

  • Ein Unfall von Angelika Spangel und Sophia Wiegele

 

Jurybegründung:

Das Drehbuch für den besten Kurzfilm, das wir heute auszeichnen, macht eine große Gefahr sichtbar, die gesellschaftspolitisch und ethisch sehr wichtig erscheint: Wegschauen. Fehlende Solidarität. Vereinzelung. Ohnmacht.

Wir lernen ein österreichisches Dorf kennen. Wir beobachten Kinder bei einem Streich, einen Vater und einen Sohn, die miteinander streiten. Die Autorinnen halten eine Lupe auf die Bewohner und beleuchten das scheinbar Banale ohne dabei in Klischees zu verfallen. Das Beschriebene ist spezifisch, wie aus dem Leben gegriffen und zieht uns als Lesepublikum dieses Drehbuchs in den Bann. Unterschiedliche Figuren treten in verschiedenen Erzählsträngen in Erscheinung, verbunden durch den fein gewobenen Plot und das Thema der Geschichten.

Angelika Spangel und Sophia Wiegele zeichnen gekonnt, wie es passiert, dass Empathie und Hilfsbereitschaft vernachlässigt werden, diese Grundpfeiler eines friedlichen Zusammenlebens. Denn hier helfen die Figuren einander nicht, sie gehen davon aus, dass jemand anderer einschreiten wird und fühlen sich im Moment, in dem sie einen Brand sehen, nicht verantwortlich, „Weil sie gerade das Handy nicht eingesteckt haben“.

In Zeiten zunehmender Autokratien und spürbarem politischen Rechtsruck resoniert der Fokus auf Menschen, die wegschauen. Die etwas geschehen lassen. Ein Drehbuch über unterlassene Hilfeleistungen.

 

Peter Schernhuber, der Leiter der Filmabteilung des Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport überreichte den Gewinner*innen die Auszeichnungen.

Der Thomas Pluch Drehbuchpreis feiert heuer sein 34-jähriges Bestehen und ist mit einem Preisgeld von insgesamt 22.000.- Euro eine der wichtigsten filmischen Auszeichnungen des Landes.

Prämiert werden realisierte Drehbücher abendfüllender Kino- und Fernsehspielfilme österreichischer oder in Österreich lebender Drehbuchautor*innen des letzten Jahres.

Die feierliche Preisverleihung fand gemeinsam mit dem Carl-Mayer-Drehbuchpreis im Rahmen der Diagonale am Montag, 23. März 2026 im Heimatsaal des Volkskundemuseum am Paulustor in Graz statt.

 

Fotos der Preisverleihung: © Diagonale/Miriam Raneburger/Katharina Fennesz

Fotos von der Jurysitzung: ©Harald Wawrzyniak


Thomas Pluch Hauptpreis geht an „Rose" von Markus Schleinzer und Alexander Brom

Mit 12.000.- Euro dotiert

Prämiert wurde das beste Drehbuch für einen abendfüllenden Kinospielfilm oder einen abendfüllenden Fernsehfilm (ab 70 Minuten).

 

Synopsis:

In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein fremder Soldat (ROSE) in einem abgeschiedenen, protestantischen Dorf und behauptet, der Erbe eines seit langem verwaisten Gutshofes zu sein.

Ein vorgelegtes Dokument belegt seinen Anspruch, sehr zum Missfallen der Gemeinde. Doch der Fremde setzt alles daran seinen Wunsch in die Tat umzusetzen, ein neues Leben zu beginnen.

Er tut sein Möglichstes, um von der Gemeinschaft anerkannt und aufgenommen zu werden. Lässt sich selbst auf eine arrangierte Ehe mit der Tochter (SUZANNA) eines Großbauern ein.

Und setzt damit alles aufs Spiel.

Denn er ist mit falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts in dieses Dorf gekommen.

All dem zum Trotz kommt er mit seiner Geschichte unglaublich weit.

Wird vom Soldaten zum Bauern und Stadtrat.

Wird zum Ehemann. Vom Ehemann sogar noch zum Vater.

Bevor der Stich einer Biene den Täuschungskünsten ein Ende bereitet.

ROSE wird ihrer letzten großen Rolle zusteuern.

Um selbst darin noch eine Utopie zu finden, in der ihr Wunsch so zu leben, wie sie es möchte, noch eine Ausdrucksform findet.

 

Markus Schleinzer, in Wien geboren, hat 17 Jahre als Caster die internationalen Erfolge der österreichischen Filmbranche in Zusammenarbeit mit Jessica Hausner, Ulrich Seidl und Michael Haneke geprägt. Für den Golden Globe Gewinner und oscarnominierten Film Das weiße Band (2010) zeichnet er nicht nur für das Kindercasting verantwortlich, sondern hat die Kinderdarsteller auch vor der Kamera inszeniert.

Seine beiden Filme Michael (2011) und Angelo (2018) wurden unter anderem im Hauptwettbewerb der Filmfestspiele von Cannes, Toronto, London, Mumbai und Japan uraufgeführt. 2019 wurde sein Filmschaffen im Rahmen des New Directors/New Films Festival in New York im Lincoln Center und Museum of Modern Art geadelt. Sein dritter Film Rose (2025) feierte seine Premiere auf der Berlinale und wurde mit dem silbernen Bären für Sandra Hüller ausgezeichnet. Schleinzer arbeitet auch als Schauspieler und Dozent, wie zurzeit an der Filmakademie Ludwigsburg.

 

Alexander Brom, in Klosterneuburg geboren, hat zuerst Ägyptologie und Romanistik studiert, bevor er u.a. als Steinrestaurator, Lektor und Übersetzer tätig wurde. Gemeinsam mit Markus Schleinzer verfasste Brom die Drehbücher zu Angelo (2018), dem Serienprojekt Johnny (2022) und Rose (2025).

Seit bald dreißig Jahren beschäftigt er sich mit der Kampfkunst Doshinkan Karatedo. Er bekleidet aktuell den Shihan 8 Dan. Zur Ausbildung und Pädagogik befähigt, unterrichtet er seit 2020 Karatedo am Wiener Max Reinhardt Seminar.


Thomas Pluch Spezialpreis der Jury gewinnt Magdalena Chmielewska mit „Teresas Körper"

Mit 7.000.- Euro dotiert

Für ein Drehbuch mit besonders herausragend behandelten Aspekten. Zugelassen waren Drehbücher zu abendfüllenden Kinospielfilmen oder abendfüllenden Fernsehfilmen (ab 70 Minuten).

 

Synopsis
Mit 67 wird Teresas Leben von den Schmerzen bestimmt, die sie in ihrem Körper trägt - unsichtbar, doch stets präsent. Auf der Suche nach Linderung legt sie sich auf den Boden, zu Hause oder unter einen Baum, bei ihrem „kleinen Himmel“ – einem tröstenden Amulett, das ihre Töchter einst für sie vergruben. Doch als Muster aus der Vergangenheit wiederkehren, muss Teresa fliehen. Diesmal nicht vor einem Mann, sondern hinein in eine unerwartete Reise mit ihren Töchtern – von denen eine die Regisseurin dieses Films ist.

 

Magdalena Chmielewska

eine in Polen geborene Drehbuchautorin und Regisseurin, wohnhaft in Wien. Ihre Arbeiten wurden auf internationalen Festivals gezeigt und mit den wichtigsten Nachwuchspreisen im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet, darunter der First Steps Award der Deutschen Filmakademie sowie der Max-Ophüls-Preis. Ihr viszeraler filmischer Stil - eine Mischung aus roher Emotion, Körperlichkeit und Sinnlichkeit - brachte ihr die Anerkennung als eine der vielversprechendsten jungen Regisseurinnen Europas beim 56. Internationalen Filmfestival Karlovy Vary ein. In ihren Filmen erzählt sie Geschichten, die von Begehren, der Vergangenheit und sozialer Herkunft geprägt sind. Sie studierte Regie an der Filmakademie Wien. Für ihren Kurzfilm Lullaby hat sie den Max Ophüls Preis für den Besten Kurzfilm gewonnen, für Am Himmel wurde sie mit FIRST STEPS der Deutschen Filmakademie ausgezeichnet, mit ihrem letzten hybriden Debütfilm Teresas Körper gewann sie den Preis für die beste Regie beim Max Ophüls Preis.


Der Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme gewinnen Angelika Spangel und Sophia Wiegele mit „Ein Unfall"

Mit 3.000.- Euro dotiert

Für das beste Drehbuch für Kino-Spielfilme mit einer Mindestlänge von 15 Minuten bis maximal 70 Minuten.

 

Synopsis
Eine Reihe überraschender Unfälle erschüttert ein kleines Dorf. Warum stirbt der Mann auf der Bank? Warum hilft niemand bei einem Autounfall? Warum fühlt sich der Sohn des Bauern für die toten Schweine verantwortlich? Alles ist durch Schuld und Scham miteinander verbunden und wirft die Frage auf, wo Fiktion endet und realer Schaden beginnt.

 

 

Angelika Spangel ist eine österreichische Kamerafrau und Filmemacherin. Sie studierte Bildungswissenschaft an der Universität Wien und absolvierte anschließend eine Ausbildung in Kamera und Bildgestaltung an der Filmakademie Wien in der Klasse von Wolfgang Thaler, dem sie bei zahlreichen Produktionen assistierte. Gemeinsam mit Sophia Wiegele arbeitete sie als Kamerafrau am mittellangen Spielfilm Strangers in the Night, der seine Premiere beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary feierte und für den Michael-Ballhaus-Preis nominiert wurde. Ein Unfall ist ihr erster Kurzfilm als Regisseurin und feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2026. 

 

 

Sophia Wiegele ist eine österreichische Kamerafrau und Filmemacherin. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zur Fotografin studierte sie Kamera an der Filmakademie Wien. Während ihres Studium assistierte sie unter anderem Wolfgang Thaler, Rui Poças und Siri Klug. Aktuell arbeitet sie an einem Kinodokumentarfilm über die österreichische Autorin Christine Nöstlinger. Gemeinsam mit Angelika Spangel entwickelte sie das Drehbuch zu Ein Unfall und ist für die Kameraarbeit des Films verantwortlich.

 

 

 


Thomas Pluch Drehbuchpreis 2026

Die Nominierten

Der Drehbuchverband Austria freut sich im Namen des Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport die fünf Nominierungen für den Thomas Pluch Hauptpreis und den Thomas Pluch Spezialpreis der Jury bekanntgeben zu können:

 

  • Landkrimi Acht von Marie Kreutzer
  • Rose von Markus Schleinzer, Alexander Brom
  • The Stories von Abu Bakr Shawky 
  • Teresas Körper von Magdalena Chmielewska
  • White Snail von Elsa Kremser, Levin Peter

 

Folgende Preise werden verliehen:

 

Thomas Pluch Hauptpreis (mit 12.000 Euro prämiert)
Für das beste Drehbuch für einen abendfüllenden Kinospielfilm oder einen abendfüllenden Fernsehfilm (ab 70 Minuten).

 

Thomas Pluch Spezialpreis der Jury (mit 7.000 Euro prämiert)
Für ein Drehbuch mit besonders herausragend behandelten Aspekten. Der Jury steht frei, die Kategorie festzulegen. Zugelassen sind Drehbücher zu abendfüllenden Kinospielfilmen oder abendfüllenden Fernsehfilmen (ab 70 Minuten).

 

Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme (mit 3.000 Euro prämiert)
Für das beste Drehbuch für Kino-Spielfilme mit einer Mindestlänge von 15 Minuten bis maximal 70 Minuten.

 

Es werden inhaltlich und handwerklich anspruchsvolle Werke ausgezeichnet, die sich eingehend und kritisch mit gesellschaftspolitischen, kulturell relevanten oder sozialen Themen beschäftigen, welche die Lebenswirklichkeit des Publikums berühren. Benannt ist der Preis nach dem 1992 verstorbenen Drehbuchautor, Schriftsteller und Mitbegründer des Drehbuchverband Austria, Thomas Pluch. Ziel der Auszeichnung ist es, den Drehbuchautor*innen zu der ihnen gebührenden Anerkennung zu verhelfen sowie talentierten Nachwuchs zu fördern. Mit einem Preisgeld von insgesamt 22.000.- Euro ist der Thomas Pluch Drehbuchpreis einer der wichtigsten filmischen Auszeichnungen des Landes.

Der Preis feiert heuer sein 34-jähriges Bestehen und wir danken Peter Schernhuber als Vertreter des Preisstifters, dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sehr für die kontinuierliche Unterstützung.

 

Die Nationale Jury prämiert den Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme und hat die Bücher für den Haupt- und Spezialpreis nominiert:

 

Jacob Groll, Drehbuchautor, Regisseur
Marie Luise Lehner, Drehbuchautorin, Schriftstellerin, Regisseurin
Joana Scrinzi, Editorin


Die Internationale Jury vergibt aus den nominierten Büchern den Haupt- und Spezialpreis: 

 

Lorenz Dangel, (Film) Komponist, Musiker, DE
Milan Dor, Drehbuchautor, Dramaturg, AT
Kyra Scheurer, Dramaturgin, Kuratorin, DE
 

Die feierliche Preisverleihung findet gemeinsam mit dem Carl-Mayer-Drehbuchpreis im Rahmen der Diagonale am Montag, 23. März 2026, um 11 Uhr im Heimatsaal des Volkskundemuseums in Graz statt. 
Die Preise in der Gesamthöhe von 22.000 Euro werden vomBundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport gestiftet, vom Drehbuchverband Austria organisiert und im Rahmen der Diagonale, Festival des österreichischen Films verliehen. 

 


Die Nominierten

Landkrimi Acht

Marie Kreutzer

 

In Langenlois in Niederösterreich wird der angesehene und beliebte Radiologe Dr. Harald Wolf (Stefan Pohl) vor seinem eigenen Haus durch einen einzigen Schuss in die Brust getötet. Wie sich herausstellt, ist die Tatwaffe eine historische Pistole, die aus der eigenen Waffensammlung des Opfers stammt und wenige Monate zuvor gestohlen wurde.

Es dauert nicht lange, bis die Ermittlerin Marion Geyer (Regina Fritsch) aus dem Landeskriminalamt und ihr Kollege vor Ort, Patrick Brandl (Thomas Prenn), herausfinden, dass Wolf nicht nur Waffensammler, Sohn eines Neonazis und ein esoterischer Influencer war, sondern seine Kontakte weit in die österreichische und deutsche einschlägige Szene reichen.

Und so heterogen diese Szene ist, so unklar ist es, ob Wolf, der seine Ehefrau Sandra (Verena Altenberger) und den gemeinsamen Sohn Heinrich (Lilian Rosskopf) – eine scheinbar perfekte Familie – hinterlässt, sich dort nur Freunde gemacht hat.

Marie Kreutzer

wurde 1977 in Graz, Österreich, geboren und studierte Drehbuch an der Filmakademie Wien. Ihr Spielfilmdebüt Die Vaterlosen feierte 2011 auf der Berlinale (Panorama Spezial) seine Weltpremiere. Ihr zweiter Spielfilm Gruber geht (2015) war für den österreichischen Filmpreis nominiert und erhielt eine lobende Erwähnung als Bester Film beim Zürich Film Festival. Ihr dritter Spielfilm Was hat uns bloß so ruiniert wurde 2016 ebenfalls im Wettbewerb des Zürich Film Festival uraufgeführt. Ihr erster TV-Film Die Notlüge mit Josef Hader in der Hauptrolle wurde 2017 ausgestrahlt und bei den Biberacher Filmfestspielen als „Bester Fernsehfilm“ ausgezeichnet. Auch Landkrimi VIER erhielt 2021 eine Auszeichnung in Biberach – den TV-Biber. Marie Kreutzers preisgekrönter Film Der Boden unter den Füßen feierte seine Weltpremiere 2019 im Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Corsage feierte im Mai 2022 seine Weltpremiere beim Festival de Cannes (Un Certain Regard).


 

Rose

Markus Schleinzer, Alexander Brom

 

In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein fremder Soldat (ROSE) in einem abgeschiedenen, protestantischen Dorf und behauptet, der Erbe eines seit langem verwaisten Gutshofes zu sein. Ein vorgelegtes Dokument belegt seinen Anspruch, sehr zum Missfallen der Gemeinde.

Doch der Fremde setzt alles daran seinen Wunsch in die Tat umzusetzen, ein neues Leben zu beginnen. Er tut sein Möglichstes, um von der Gemeinschaft anerkannt und aufgenommen zu werden. Lässt sich selbst auf eine arrangierte Ehe mit der Tochter eines Großbauern ein. Und setzt damit alles aufs Spiel. Denn er ist mit falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts in dieses Dorf gekommen.

 

 

Markus Schleinzer

in Wien geboren, hat 17 Jahre als Caster die internationalen Erfolge der österreichischen Filmbranche in Zusammenarbeit mit Jessica Hausner, Ulrich Seidl und Michael Haneke geprägt. Für den Golden Globe Gewinner und oscarnominierten Film Das weiße Band (2010) zeichnet er nicht nur für das Kindercasting verantwortlich, sondern hat die Kinderdarsteller auch vor der Kamera inszeniert.

Seine beiden Filme Michael (2011) und Angelo (2018) wurden unter anderem im Hauptwettbewerb der Filmfestspiele von Cannes, Toronto, London, Mumbai und Japan uraufgeführt. 2019 wurde sein Filmschaffen im Rahmen des New Directors/New Films Festival in New York im Lincoln Center und Museum of Modern Art geadelt. Sein dritter Film Rose (2025) feierte seine Premiere auf der Berlinale und wurde mit dem silbernen Bären für Sandra Hüller ausgezeichnet. Schleinzer arbeitet auch als Schauspieler und Dozent, wie zurzeit an der Filmakademie Ludwigsburg.

 

Alexander Brom

in Klosterneuburg geboren, hat zuerst Ägyptologie und Romanistik studiert, bevor er u.a. als Steinrestaurator, Lektor und Übersetzer tätig wurde. Gemeinsam mit Markus Schleinzer verfasste Brom die Drehbücher zu Angelo (2018), dem Serienprojekt Johnny (2022) und Rose (2025). Seit bald dreißig Jahren beschäftigt er sich mit der Kampfkunst Doshinkan Karatedo. Er bekleidet aktuell den Shihan 8 Dan. Zur Ausbildung und Pädagogik befähigt, unterrichtet er seit 2020 Karatedo am Wiener Max Reinhardt Seminar.


 

The Stories

Abu Bakr Shawky 

 

Ägypten, Sommer 1967. Während sich das Land am Rande des Krieges befindet, erreicht Ahmed ein Brief aus Österreich – Liz hat geantwortet. Was als unschuldige Brieffreundschaft beginnt, wird von seinen Verwandten argwöhnisch beobachtet. Doch Liz wird zur treibenden Kraft in Ahmeds Leben: Sie glaubt an seinen Traum, gegen

alle gesellschaftlichen Widerstände Pianist zu werden – und an ein Ziel, das unerreichbar scheint: ein öffentliches Konzert. Durch Jahrzehnte voller Kriege und Umbrüche, durch Familiendramen und Momente des Glücks, durch Scheitern und unerwartete Triumphe kämpfen Ahmed und Liz für ihre Träume. "The Stories" erzählt von den kleinen Siegen einer Familie, die niemals aufgibt und davon, wie Beharrlichkeit und Hoffnung selbst die unmöglichsten Träume wahr werden lassen.

Abu Bakr Shawky

ist ein ägyptisch-österreichischer Filmemacher. Er studierte Politikwissenschaft in Kairo und absolvierte ein Masterstudium in Filmproduktion an der Tisch School of the Arts der New York University. Sein Spielfilmdebüt „Yomeddine“ feierte im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes Premiere und wurde für die Goldene Palme nominiert. Der Film erhielt den François-Chalais-Preis und war Ägyptens Beitrag für den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“. Sein preisgekrönter Film Hajjan feierte Premiere beim Toronto International Film Festival und seine Nahostpremiere beim Red Sea Film Festival. Shawky wurde von Variety zum MENA-Talent des Jahres gekürt und vom Forbes Magazine unter die fünf besten arabischen Regisseure weltweit gewählt.

 

 


 

Teresas Körper

Magdalena Chmielewska

 

Mit 67 wird Teresas Leben von den Schmerzen bestimmt, die sie in ihrem Körper trägt - unsichtbar, doch stets präsent. Auf der Suche nach Linderung legt sie sich auf den Boden, zu Hause oder unter einen Baum, bei ihrem „kleinen Himmel“ – einem tröstenden

Amulett, das ihre Töchter einst für sie vergruben. Doch als Muster aus der Vergangenheit wiederkehren, muss Teresa fliehen. Diesmal nicht vor einem Mann, sondern hinein in eine unerwartete Reise mit ihren Töchtern – von denen eine die Regisseurin dieses Films ist.

Magdalena Chmielewska

eine in Polen geborene Drehbuchautorin und Regisseurin, wohnhaft in Wien. Ihre Arbeiten wurden auf internationalen Festivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet. Ihr viszeralen filmischer Stil - eine Mischung aus roher Emotion, Körperlichkeit und Sinnlichkeit - brachte ihr die Anerkennung als eine der vielversprechendsten jungen Regisseurinnen Europas beim 56. Internationalen Filmfestival Karlovy Vary ein. Sie studierte Regie an der Filmakademie Wien. Für ihren Kurzfilm Lullaby hat sie den Max Ophüls Preis für den Besten Kurzfilm gewonnen, für Am Himmel wurde sie mit FIRST STEPS der Deutschen Filmakademie ausgezeichnet, mit ihrem hybriden Debütfilm Teresas Körper gewann sie den Preis für die beste Regie beim Max Ophüls Preis.


White Snail

Elsa Kremser, Levin Peter

 

Masha, ein belarussisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte. Misha eröffnet Masha eine unbekannte Welt, die ihr Gefühl von Schönheit und Sterblichkeit auf die Probe stellt. WHITE SNAIL ist die fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiter, die erkennen, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.

Elsa Kremser und Levin Peter bilden gemeinsam ein künstlerisches Duo. Ihre Zusammenarbeit begann 2009 während ihres Filmstudiums, anschließend gründeten sie die Wiener Produktionsfirma RAUMZEITFILM. Ihr Dokumentarfilm SPACE DOGS feierte 2019 beim Filmfestival in Locarno Premiere und wurde weltweit gezeigt. Ihr erster Spielfilm WHITE SNAIL wurde in Locarno mit dem Special Jury Prize sowie dem Pardo for Best

Performance ausgezeichnet.

 

Elsa Kremser

geboren 1985 in Wolfsberg/Österreich, studierte Filmwissenschaft in Wien und Produktion an der Filmakademie Baden-Württemberg, wo sie mehrere Dokumentarfilme realisierte. Sie erhielt u. a. den Kärntner Kulturpreis für Film, das Nipkow-Stipendium und die ExtraValue Artist Residency NY. Sie unterrichtet als Gastdozentin an der Filmakademie BW und der HFF München und war Jurymitglied bei Visions du Réel, dem Zürcher Filmfonds und dem Outstanding Artist Award.

 

Levin Peter

geboren 1985 in Jena/Deutschland, realisierte mit 21 Jahren seinen ersten Dokumentarfilm PRESTES MAIA in São Paulo. Während seines Regiestudiums an der Filmakademie Baden-Württemberg entstanden mehrere Dokumentarfilme; sein Abschlussfilm BEYOND THE SNOWSTORM gewann den First Steps Award und lief in der Berlinale Perspektive. Er erhielt u. a. das Gerd Ruge Stipendium, das Nipkow-Stipendium und die ExtraValue Artist Residency NY. Er unterrichtet als Gastdozent an der Filmakademie BW und der HFF München und war Jurymitglied bei Visions du Réel und dem This Human World Film Festival.


Die Jury

Die nationale Jury
Prämiert den Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kino-Spielfilme und nominiert die Bücher für den Hauptpreis und den Spezialpreis der Jury.

 

 


Jacob Groll

(Drehbuchautor, Regisseur)

 

Jacob Groll schreibt Drehbücher, führt Regie, fungiert als Tutor (Seriesmania, Torino Film Lab), ist Vorstandsmitglied des Österreichischen Drehbuchverbands und Präsident des Europäischen Drehbuchverbands FSE.


Marie Luise Lehner

(Drehbuchautorin, Schriftstellerin, Regisseurin)

Autorin und Filmemacherin. Studierte Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst, Regie und bildende Kunst an Filmakademie und der Akademie der bildenden Künste. Veröffentlichte zwei Romane. Für ihr literarisches Schreiben und ihre Kurzfilme erhielt sie zahlreiche Preise. Ihr erster Langspielfilm Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz und lächelst erschien letztes Jahr und gewann 7 internationale Filmpreise. Einer davon der Thomas Pluch Preis der Jury 2025


Joana Scrinzi

(Editorin)

 

geboren 1981 in Österreich, absolvierte eine Fachhochschule für MultiMediaArt mit Schwerpunkt auf Audiovisuelles Design. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie zunächst als

Schnittassistenz und freiberufliche Grafikdesignerin. Seit 2008 ist sie erfolgreich als Editorin tätig. Viele ihrer Arbeiten wurden auf internationalen Festivals gezeigt, darunter ihr Debütfilm März und Kater von Händl Klaus sowie das vielfach preisgekrönte Drama Große Freiheit von Sebastian Meise. Unter ihren kürzlichen Arbeiten ist das Debütfilm The Village Next to Paradise des somalisch-österreichischen Filmemachers Mo Harawe, Mit einem Tiger schlafen und Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst von Marie-Luise Lehner, sowie Perla von Alexandra Makárova.

Sie wurde unter anderem bei der Diagonale 2018, 2021 und 2022 mit dem Preis für den Besten Schnitt ausgezeichnet, ebenso mit dem Deutschen Kamerapreis für den besten Schnitt 2022 sowie dem Österreichischen Filmpreis 2022 für den besten Schnitt.

Seit 2020 ist Joana Scrinzi Vorstandsmitglied des Österreichischen Filmeditorinnen Verbandes (aea).


Die internationale Jury
Vergibt aus den 5 nominierten Büchern den Thomas Pluch Hauptpreis und den Thomas Pluch Spezialpreis der Jury.


Lorenz Dangel

(Film-Komponist, Musiker, DE)

 

Das Schaffensfeld des vielfach ausgezeichneten Komponisten Lorenz Dangel umfasst Filmmusiken, Ballettmusiken und konzertante Werke.

 

Zu den frühen Werken des Komponisten Lorenz Dangel zählen neben anderen die Filmmusiken zu „Schläfer“ und dem Berlinale Wettbewerbsbeitrag „Der Räuber“ von Benjamin Heisenberg.

Insgesamt dreimal konnte Dangel den Deutschen Filmpreis entgegennehmen, für „Hell“ und „Tides“, beide von Tim Fehlbaum, und 2024 für das Familienepos „Sterben“ von Matthias Glasner, mit Lars Eidinger, Corinna Harfouch und Lilith Stangenberg.

Mehrfach nominiert waren Dangels Musiken zu „Ich und Kaminski“ von Wolfgang Becker, „Lykke Per“ von Bille August und Fehlbaums drittem Film „September 5“, der 2025 auch eine Oscar-Nominierung für das „Beste Drehbuch“ erhielt. 

2021 hat er in Zusammenarbeit mit dem Choreographen Andrey Kaydanovskiy das abendfüllende Ballett Der Schneesturm auf die Bühne der Bayerischen Staatsoper gebracht. 2024 schrieb er im Auftrag des Bayerischen Rundfunks das großangelegte Werk PHON für vier Blaskapellen und das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das im Juli unter Leitung von Sir Simon Rattle uraufgeführt wurde.


Milan Dor

(Drehbuchautor, Dramaturg, AT)

In Wien geboren, aufgewachsen in Belgrad. Nach einem abgebrochenem Architekturstudium in Belgrad, Übersiedelung nach Wien. Es folgte ein Studium an der Universität Wien (Theaterwissenschaft). Nach abgeschlossenem Studium an der Wiener Filmakademie in den Fächern Regie und Drehbuch, führte er Regie bei zwei Kinofilmen und zahlreichen Fernsehproduktionen, für die er auch die Drehbücher schrieb. Sein Spielfilm Malambo wurde 1984 beim Filmfestival Mannheim mit dem Großen Preis ausgezeichnet, 1985 erhielt er den österreichischen Würdigungspreis für Filmkunst.
Gemeinsam mit Danny Krausz gründete er 1988 die Dor Film Produktion GmbH. Als Produzent zeichnete er für Filme wie Indien (1993), Ich gelobe (1994), oder Deine Schönheit ist nichts wert (2012, ausgezeichnet mit dem Österreichischen Filmpreis 2014) verantwortlich.

Milan Dor ist Vorstandsvorsitzender des Drehbuchforum Wien.


Kyra Scheurer

(Dramaturgin, Kuratorin, DE)

 

hat Kommunikationswissenschaft und Psychologie studiert und arbeitet als freie Dramaturgin für fiktionale und dokumentarische Kinostoffe. Als projektbegleitende Dramaturgin hat sie u.a. die Nöstlinger-Adaption Geschichten vom Franz und das mit dem Thomas Strittmatter Drehbuchpreis und dem First Steps Award prämierte, sowie in drei Kategorien für den Deutschen Filmpreis 2025 nominierte Drama Vena betreut. Seit 2009 ist Kyra Scheurer künstlerische Leiterin des Festivals für Filmschnitt „Edimotion" in Köln. Sie ist systemische Coachin und seit vielen Jahren an diversen Filmhochschulen sowie für filmische Berufsverbände und Weiterbilder im D-A-CH-Raum als Dozentin tätig.

Kyra Scheurer (c) Jule Guder

Die Statuten des Thomas Pluch Drehbuchpreises
Statuten Pluchpreis