Erzählen ohne Netz - Teil 2: Thematisch gebundener Film

18.12.2020 per Zoom

Die für unsere Gesellschaft relevanten Themen verlangen nach Erzählformen abseits der plot-zentrierten Strukturschablone. Ausbildung und Ratgeberliteratur halten mit dieser Entwicklung nicht Schritt – dort wird immer noch nahezu ausschließlich die kanonisierte Struktur behandelt. Alles was davon abweicht wird, wenn überhaupt, nur in Bezug auf sie beschrieben.

Unhinterfragtes muss hinterfragt werden, grundlegende narrative Techniken, die früher ansetzen als die Dogmen der Hollywoodproduktion, müssen erarbeitet und neu gewichtet werden.
Themen wie Bindung und Aktivierung der Zuschauer*innen, Erkennen und Herausarbeiten des inneren Themas als Schwerpunkt und roter Faden, das Binden und Schließen von Strukturen, Perspektive und Beziehung zur Figur, konstellatives und rückbezügliches Erzählen, Vorteile und Herausforderungen beim Erzählen ohne Netz sollen behandelt werden.

Erzählen ohne Netz – Teil 2
Da uns das letzte Mal die Zeit ausgegangen ist und nicht alle der geplanten Themen behandelt werden konnten, gibt es nun einen zweiten Teil von “Erzählen ohne Netz”, in dem das nachgeholt werden soll. Eine gründliche Wiederholung aller zuvor besprochenen Punkte wird leider nicht möglich sein, weshalb es sich weniger um ein Gesamtbild als um das Herausgreifen einzelner wichtiger Aspekte handeln wird. Anspruch auf Vollständigkeit kann bei dieser Materie aber ohnehin nie erhoben werden. Schwerpunkte sollen diesmal Figur und Identifikation, Ellipse-Leerstelle-Fragment und Dialog im thematisch gebundenen Film sein.

Der 2. Teil von Erzählen ohne Netz ist primär gedacht für die Teilnehmer*innen des ersten Teils, aber auch „Neueinsteiger*innen” sind willkommen, zur Vorbereitung empfehlen wir:
Keynote Lecture The Other Story >
Audio-Mitschnitt: Lecture Heldenfabrik von Kathrin Resetarits >

Filme, die im Zentrum stehen werden:
Lucrecia Martel: La Mujer sin Cabeza
Maurice Pialat: Van Gogh, Loulou
Asghar Farhadi: A Separation (deutscher Titel: Nader und Simin)
Antonioni: L’avventura
Alfonso Cuaron: Roma

Filme, die eventuell vorkommen werden:
Lucrecia Martel: La Cineaga
Tizza Covi Rainer Frimmel: La Pivellina
John Cassavetes: Woman under the Influence
David Lynch: Mullholland Drive


 
 
Kathrin Resetarits
Resetarits arbeitet als Autorin, Dramaturgin, Regisseurin, Schauspielerin.
Seit 2000 ist sie künstlerische Assistentin für Michael Haneke, seit 1999 Co-Autorin der Kabarettprogramme von Lukas Resetarits. Sie unterrichtet an der Filmakademie Wien und an der DFFB Berlin.

Auswahl ihrer Arbeiten:

Drehbuch: Licht, 2017
Regie: Barbara Albert, Wettbewerb San Sebastian, Thomas Pluch Drehbuch Hauptpreis 2018

Dramaturgie: Western, 2017
Regie und Drehbuch: Valeska Grisebach, Un Certain Regard Cannes

Schauspiel: L’Animale, 2018
Regie: Katharina Mückstein, Berlinale Panorama
Künstlerische Assistenz: Happy End, 2017, Regie: Michael Haneke, Wettbewerb Cannes

Co Regie: Michael, 2011
Regie: Markus Schleinzer, Wettbewerb Cannes
Buch: Vögel sind zu Besuch, Czernin Verlag